Tag 1: Auftakt mit Hindernissen: Der Start ins Oetztal

Tour: 1.763 hm und 85,2 km in 7:20 h.

Gut gelaunt starten wir in München am Tiroler Platz. Die 8 km bis zum HBF sind so schnell zurückgelegt, dass die Zeit noch für einen Kaffee reicht, bevor uns der Werdenfels-Express nach Ehrwald bringt. Zunächst durch lockere Lärchenwälder, dann in zunehmend freier werdendem Gelände pedalieren wir zu unserer ersten Rast auf der Sunnalm.

Nach der Pause legen wir die letzten Meter zum Marienbergjoch mehr schiebend als fahrend zurück. Grund genug uns auf der Marienbergalm mit Spinat- und Kaspressknödeln zu stärken.

Wir genießen die Abfahrt nach Nassereith bis der abgerissene Umwerfer Klaus‘ Hinterrad blockiert. Gut gerüstet hoffen wir, nur das Schaltauge austauschen zu müssen. Stellen aber fest, dass die Verschraubung aus dem Fahrradrahmen  gerissen ist: Totalschaden! Notdürftig setzten wir dank Christians neuen Toolset das Ersatzauge ein und rollen vorsichtig nach Nassereith ab. Von dort finden wir über drei Sportläden in Imst zum Bike Center Oetz, wo Klaus ein fast passendes Leihbike bekommt.

Die letzen 19 km nach Längenfeld legen wir in strömenden Regen auf der viel befahrenen Bundesstraße leicht zermürbt und in starkem Unterzucker zurück.

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Tag 2: Mit nur einer Panne – nach Vent

Tour: 1.336 hm und 38,4 km in 4:08 h.

Nach gemütlichem Frühstück und noch ein wenig Bikebastelei beschließen wir – abweichend vom ursprünglichen Plan über Rettenbach- und Tiefenbachferner und Venter Höhenweg – uns vom Navi nach Vent bringen zu lassen.

Bis Sölden bleiben wir nicht immer an der Ötztaler Ache, sondern nehmen den ein oder anderen Höhenmeter mit. Nach kurzer Kaffeepause in Sölden bringt uns ein zunächst moderater, später nicht mehr fahrbarer Trail bis auf über 2.000 m hinauf.

Endlich wieder auf Forstwegen finden wir schnell die Gaislachalm, wo wir schon mit Live-Musik begrüßt werden. Für unseren ausgedehnten Lunch mit Geröstl, Spaghetti, ausgezeichnetem Apfelstrudel und Espresso wählen wir allerdings eine ruhigere Ecke der Alm.

Wahrscheinlich vom Übergewicht verursacht reißt schon wenige Meter nach der Alm die Kette vom Leihbike… Gut vorbereitet haben wir das dank Christians Kettenschloss schnell repariert und dürfen uns endlich dem Downhilltrail widmen.

Etwas vorblockt und ziemlich nass stellt er uns vor einige Herausforderungen, aber wir lassen uns den Trailspaß nicht nehmen.


Die letzten Kilometer fahren wir entlang der wenig befahrenen Venter Straße bis zu unserem Quartier. Unsere Wirtin begrüßt uns freundlich und macht uns Hoffnung, dass wir die morgige Etappe planmäßig starten können.


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Tag 3: Über das Niederjoch (Similaun Hütte 3.019 m)

Tour: 1.459 hm und 46,9 km in 6:51 h.

Auch am Morgen des dritten Tages regnet es, obwohl der Wetterbericht Besserung versprach. Unsere Wirtin ist aber guter Dinge und rät uns zur Similaun Route. 30 min. später sitzen wir auf unseren Rädern und nehmen die überwiegend moderate Auffahrt zur Martin-Busch-Hütte in Angriff.

Die erreichen wir gegen 11:00 und werden mit einem köstlichen Kaiserschmarrn belohnt. Auch sonst ist die Hütte ein Traum.

Martin Busch Hütte: Ausblick von der Sonnenterasse

Nur von den Vorläufern einer Schulklasse getrieben verlassen wir die Hütte und schultern unsere Bikes. Die nächsten 600 hm ist Tragen angesagt, an Fahren ist nicht zu denken.

Viele ungläubige Blicke treffen uns beim Aufstieg ob unserer geschulterten MTB’s. Sogar als Fotoobjekt müssen wir einmal herhalten. Nach nur 2:30 h Fussmarsch durch eine grandiose Landschaft sind wir am Ziel, dem Niederjoch bzw. der Similaunhütte. Hier hält es uns nur kurz, dann gehen wir den steilen Abstieg an.

Bei den ersten Höhenmetern können wir uns voll auf die phantastische Aussicht konzentrieren, da auch hier an Fahren nicht zu denken ist. Jenseits des Geröllfelds sitzen wir dann wieder auf und haben sehr viel Spaß bei der Abfahrt bis zum Vernagt Stausee.

Vom Stausee fahren wir noch den Trail nach Unser Frau, um dann die letzten 1000 hm des Tages auf Asphalt runter zu rasen. Danach müssen wir noch 250 hm zum Hotel in Tarres zurücklegen, wo wir schon sehnlichst erwartet werden, „weil wir hier um halb sieben Abend essen“.

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Tag 4: Tarscher Pass (2.519 m)

Tour: 1.692 hm und 28,2 km in 5:04 h.

Noch vor dem Frühstück nutzen wir die Zeit zum Einkaufen und einen Boxenstopp zum Bremsen wechseln (hinten). Gegen drei Viertel neun starteten wir Richtung Tarscher Alm, erst auf Asphalt, dann auf Forstwegen. Die Alm  selbst ist auch wieder ein Traum: der Kaser macht gerade Käse, die Hühner und Ziegen laufen herum, und gute Brotzeit gibt es noch dazu.

Nach der Stärkung geht es so richtig steil weiter. Entgegen der Versicherung des Wirtes können wir fast nichts fahren und sind wieder auf Tragen angewiesen. Das letzte Stück zum Pass geht es im Zickzack durchs Geröllfeld.


Während Christian am Wetterkreuz Steinmanderl baut


und Wimmelbilder bastelt:

Finde den Klaus

amüsiert sich Klaus noch im Geröll.

Wieder gemeinsam radeln wir übers Plateau bis zum Pass. Wie am Vortrag erwartet uns  eine stark verblockte technische Abfahrt, die wir überwiegend gut meistern.  Die letzten Meter gehen wieder über Forstwege und Asphalt nach St. Nikolaus im Ultental.

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Tag 5: Über das Rabbi-Joch (2.460 m)

Tour: 1.468 hm und 50,5 km in 4:45 h.

Wegen schlechter Reifen auf Klaus‘ Leihbike entschließen wir uns, vor Beginn der eigentlichen Tour nach Kuppelwies zu fahren, wo es einen Fahrradladen geben soll. Leider werden wir hier nicht fündig und müssen unsere Tour unverrichteter Dinge starten.

Auf der Zufahrt zum Aufstieg treffen wir erstmals auf geführte Alpencrosser. Wir merken, der Gardasee kommt näher und die Massen sammeln sich. In Kolonne fahren und schieben wir bis zum Gipfel, nur von einer kurzen Pause bei einem Holunderwasser auf der Kirchberg Alm  unterbrochen.

In der Edelweiß Hütte etwas unterhalb des Rabbijochs gibt es Pasta und Apfelschorle, während wir die Geführten vorausfahren lassen. Der folgende Trail ist ein flowiger Traum, der viel zu schnell vorüber ist.

In Malè lernten wir bei einer dritten Technik Session folgendes: es ist unmöglich, einen 26 Zoll Reifen auf eine 27.5 Zoll  Felge zu montieren. Trotzdem erreichen wir noch kurz vor dem einsetzenden Gewitter unsere Unterkunft in Dimaro.
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Tag 6: Passo del Gotro (1.847 m)

Tour: 1.707 hm und 54,8 km in 5:19 h.

Von Dimaro starteten wir über ein Stück Landstraße auf einem Waldweg Richtung Madonna di Campiglio, durch kühle Wälder mit mannshohen Farnen, schönen tiefen Schluchten und vielen, vielen Bikern. Madonna selbst ist eine Skiort gewordene Hässlichkeit, für die wir aber durch einen tollen Wurzeltrail hinter dem Ortsende entschädigt werden. Vom Ende des Trails geht es dann direkt in den Parco naturale di Adamello Brenta. In gemächlicher Steigung fahren wir bis zum Lago di Val d’Agola.

Nach dem See radeln wir die ersten Meter noch, aber dann wird es die nächsten 250 hm so steil, dass wir wieder schieben müssen. Vom Passo del Gotro geht es abwärts zur Malga Movlina, wo wir von dem jungen Bauern mit einer Käseplatte mit Brot und Wein bewirtet werden. Töchterchen füllt uns währenddessen die Flaschen aus dem Schlauch mit Wasser.

Dann geht es wieder auf Forstwegen hinab. Vor dem einzigen Trail auf dem Weg sammelt sich gerade eine geführte Gruppe, von der wir zwei Biker den Trail hinab begleiten. Diesen Genuss lassen wir bei einem Bier im Rifugio Ghedina nochmal Revue passieren.

Danach rollen wir auf Asphalt bis zu unserem Hotel in Zuclo.

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Tag 7: Bocca dell‘ Ussol (1.879 m) und Passo Guil (1.209 m)

Tour: 2.140 hm und 42,5 km in 7:05 h.

Früh starten wir in den letzten Tag unseres Alpencrosses. Nach spärlichem Frühstück und mit gecheckten Bikes pedalieren wir schon um 8:00 abseits der Rudelrouten Richtung Passo dell‘ Ussol. Unsere Erwartungen von steilen Auffahrten mit und ohne Beton, wilden Wiesenwegen ohne Beschilderungen, verblockten Tragestrecken und fehlenden Hütten werden zu 130% erfüllt.

Aufstieg zum Bocca


Die Abfahrt ist – wie inzwischen gewöhnt – zunächst zu steil, verblockt und tiefschottrig, verwandelt sich aber bald über einen spannenden Rock Garden und einen flowigen Wurzeltrail zu einem Karrenweg, um uns später auf Asphalt zu unserer ersten Pausenstation zu bringen, dem Rifugio al Faggio.

Gestärkt mit Spinatknödl, Spätzle und Strudel sind die Kilometer zum und am Lago di Ledro schnell bewältigt.

Nach dem See finden wir nach einigem Suchen den Einstieg zum Passo Guil. Ein am Wegesrand sitzender Biker wünscht uns noch „good luck“, was wir zunächst nicht verstehen, was aber sehr bald klar wird: ein alter Karrenweg geht mit unmöglicher Steigung bergan und scheint nie aufzuhören. Nur ab und zu wird er von Betonrampen unterbrochen, was auch kein gutes Zeichen ist. Schließlich erreichen wir eine kleine Siedlung namens Leano in einer Almlandschaft idyllisch gelegen. Danach geht es etwas moderater weiter, bevor der letzte steile Endspurt zum Pass zurückzulegen ist.

Passo Guil

Jetzt werden wir durch den wahrscheinlich besten Trail der gesamten Tour belohnt: Serpentinen mit moderatem Geröll, teils auch stärker, fordern all unsere Kraft. Danach kurz durch den Wald mit einigen Stufen, schließlich über „Rock Garden“ und Karrenwege, bis wir einen ersten Blick auf den Gardasee erhaschen.

Team mit Gardasee

Dann geht es unvermindert weiter bis in die Altstadt von Limone, wo wir gerade noch rechtzeitig zur Übergabe des Quartiers und kurz vor den Familien ankommen.

Das obligatorischen Tourabschlussbier gibt es dann später im Kreise der Liebsten bei Pizza und Pasta.

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